Archiv von Oktober 2011



Wenn man nicht alles selbst macht

Es war schon ein riesiges Theater, vor zwei Jahren aus meinem Vodafone Mobilfunkvertrag rauszukommen und ich habe bisher immer noch einen DSL Anschluss von denen.
Ehrlich gesagt, bin ich mit diesem auch ganz zufrieden, denn in über drei Jahren hatte ich bisher keine Störung und alles lief immer völlig reibungslos, naja, jedenfalls bis gestern.

Als ich gestern heim kam ging hier gar nichts mehr, weder Telefon noch DSL. Nach etwa 12 Minuten in der Warteschleife durfte ich mein Anliegen der Dame von der Störungsstelle mitteilen. Sie nahm alles auf, teilte mir mit, dass sie noch ein paar Tests durchführen würde und den Auftrag, nach einem Rückruf bei mir, an die entsprechenden Kollegen weitergebe. Meine Aufgabe war, in dieser Zeit den hässlichen Vodafone Kasten zu reseten.

Gesagt, tun getan. Ich hatte schon zwei Mal resetet und versucht über mein Telefon auf diesen Kasten zuzugreifen, als mich die freundliche Dame zurückrief und wir die Ergebnisse besprachen.
Während sie den Auftrag abschloss und weitergab, kam dann leider die Frage auf, ob ich nicht schon mal darüber nachgedacht habe einen Mobilfunkvertrag bei Vodafone abzuschließen. Nun ja, da war sie bei mir goldrichtig und ich glaube, sie hat die Frage auch hinterher bereut.

Heute wurde ich dann freundlicherweise durch einen Anruf von Vodafone (mit deaktivierter Rufnummernanzeige) geweckt. Man bat mich, trotz der frühen Uhrzeit, irgendwelche Stecker zu tauschen, was ich natürlich auch freudig tat.
Nachdem das Ergebnis einer weiteren Messung mehr als negativ ausfiel, teilte man mir mit, dass ein Techniker der Telekom beauftragt würde, der sich bereits am kommenden Freitag um meine Störung kümmern würde. Hat??? Freitag? Heute ist Mittwoch und ich habe die Störung bereits am Dienstag Abend gemeldet.

Ich muss gestehen, dass ich bei solch negativen Aussagen schnell dazu neige durchzudrehen die Ruhe zu verlieren und erfragte ob sie irgendeine Vorstellung habe, was es heutzutage bedeutet, kein Telefon und Internet zu haben.
Auf das freundliche Angebot, alternativ den Störungsauftrag ohne Technikertermin abzuschließen, bot ich ihr im Gegenzug die Kündigung an.
Ehrlich gesagt, hat es mich nicht verwundert, dass sie dies einfach so hinnahm und mir auch anbot, dies gleich zu vermerken. Vodafone ist ja nun nicht dafür bekannt, kundenbindende Maßnahmen zu ergreifen.
Das wird dann wohl auch das Ende vom Lied sein. Der Vertrag wird zum Ablauf gekündigt und das nicht weil ich mit den Leistungen selbst unzufrieden bin, sondern weil der Service einfach unter aller Sau ist.

Ich bin dann nach dem Telefonat vor die Tür zu den Bauarbeitern gegangen, die gerade den Fußweg wieder schlossen, den sie gestern aufgerissen hatten.
Der Techniker der Telekom war bereits vor Ort, um das beschädigte Kabel zu reparieren. Den Fakt mit der Baustelle vor der Haustür hatte ich bereits bei der Störungsmeldung und auch beim heutigen Telefonat mit angegeben. Es hätte also gereicht, sich kurz bei der Telekom rück zu versichern ob die Störung bereits bekannt ist. Aber man kann ja auch einfach erst mal den Kunden verärgern.

Geposted am: Mittwoch, 19. Oktober 2011
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Wenn zwei das Gleiche tun …

Okay, man könnte meinen, dass ich mit 12 Jahren noch zu jung war um zu verstehen, was 1989 passierte als die Mauer fiel. Heute kann ich behaupten, dass ich verstehe, was damals geschehen ist, vor der Wende und auch danach.
Ich kann mich aber gut an die Fernsehbilder erinnern, als Demonstranten 1989 auf die Straße gegangen sind um für ihre Freiheit einzustehen, für ein Recht auf freie Meinungsäußerung und Reisefreiheit. Die Menschen wollten weder weiterhin gefangen sein noch weiterhin in einem Überwachungsstaat leben, welcher Ihnen vorschreibt wie das Leben abzulaufen hat.

Erich Honecker hätte an den derzeitigen Ereignissen seine wahre Freude, wäre er heute noch am Leben. 22 Jahre nach dem Fall der Mauer sind wir technisch so weit, dass wir jeden Bürger überwachen können, der Begriff StaSi 2.0 fällt in diesen Tagen nicht das erste Mal. Und dann haben wir ja seit kurzem auch noch unseren Bundestrojaner, welcher unsere Bundes- und Landeskriminalämter auf dem Laufenden hält, was der gemeine Bürger so treibt.
Mein Gefühl, dass unsere Regierung gegen die eigene Bevölkerung lenkt, bestätigt sich erneut und mit Sorge blicke ich in unsere Zukunft.

Wir werden gewarnt, unsere Daten zu schützen, diese weder an Facebook noch an Google preiszugeben. Unsere Regierung arbeitet an Datenschutzgesetzen und präsentiert diese stolz unserem Ausland gegenüber, Google Analytics darf ich nicht mehr verwenden, weil allgemeine, nicht zuordnungsbare Informationen meiner Besucher auf einem Server in den USA gespeichert werden. Vollzieht man einen Hackerangriff auf Webseiten macht man sich strafbar.
Aber unsere Regierung selbst steht über den Dingen, sie darf deinen Rechner nehmen (z.B. während einer Kontrolle am Flughafen) und dir einen Trojaner installieren. Gilt denn Recht und Schutz nicht immer für beide Seiten?

Der Blödmann, der mich heute noch als Ossi beschimpft sollte sich mal ordentlich an die eigene Nase fassen. Aber das empfinde ich noch nicht einmal als schlimm. Ich frage mich vielmehr wo die tapferen Menschen sind, die für Ihre Freiheit auf die Strasse gehen? Gerade einmal knapp über 56000 haben die Petition gegen die Vorratsdatenspeicherung gezeichnet und das bei über 80 Millionen Einwohnern. Ich frage mich, wie man dieser Regierung noch vertrauen kann, sie vertraut mir auch nicht. Aber sollte Vertrauen nicht immer die Basis eines Verhältnisses, egal welcher Art, sein?
Ich frage mich auch, wie man weiterhin eine Partei wählen kann, welche jubelt, dass sie die armen Ossis befreit hat und sich nun genauso verhält? Oh, warte mal … die Merkel kommt ja selbst aus dem Osten, da scheint wohl noch einiges bei ihr hängen geblieben zu sein. Nun ja, sie war ja auch schon älter als ich, als die Mauer fiel …

Geposted am: Sonntag, 9. Oktober 2011
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