Beiträge getagged mit ‘Kindergarten’



Nerds

Früher habe ich mich sehr für Automobile interessiert und mit der Berufswahl zum Automobilkaufmann, meine Leidenschaft zur Berufung gemacht. Während meiner Ausbildung, meiner Arbeitszeit in einem Autohaus und anschließend in einer Autovermietung war ich dann immer wieder von Leuten umgeben, die dieses Interesse teilten. Das ließ bei mir aber irgendwann nach, ich hatte keine Lust mehr mir in der Werkstatt die Finger schmutzig zu machen und permanente Gespräche zum Thema Automobile langweilten mich.
Meine Interessen verlagerten sich stattdessen in den Bereich der EDV. Computer hatten es mir angetan, ich versuchte mich an Windows, zeitweise auch an Linux, bis ich vor etwa einem Jahr mein Interesse an einen Mac vergab. Dabei ging es mir meist weniger um das System. Ich wollte lediglich eine Oberfläche, die funktionierte, meinen Computer einschalten und benutzen. Das meiste davon spielt sich in irgendeiner Form online ab oder stützt sich zumindest auf das Medium Internet.
Mit meinem Job bei einem der besten Webhoster Deutschlands konnte ich so wieder meine Interessen zum Beruf machen und bin sehr glücklich damit. Und wie das im Leben so ist, nun bin ich auch wieder von Nerds umgeben. =)

Beide Bereiche und Umfelder haben etwas gemeinsam: Die Meinungen gehen weit auseinander und man streitet wie kleine Kinder im Sandkasten:

VW GOLF GTI – Völlig wertloses Gefährt ohne logische Funktion gehirntoter Insassen

vs.

OPEL – Ohne Power ewig Letzter

Heute:

Wer will schon angebissenes Obst kaufen

vs.

Wie nützlich sind Fenster die man nicht öffnen kann

Wären wir stattdessen beim Fußball und stünden sich verhärtete Fronten gegenüber, könnte man sich ja noch gegenseitig ins Gesicht hauen.
Dabei sei eines mal bemerkt: Wettbewerb belebt das Geschäft. Ohne Konkurrenz keine Entwicklung, von unbezahlbaren Preisen mal ganz abgesehen. Wer will schon den Einheitsbrei, den jeder hat?

Denkt mal drüber nach, ihr Nerds …

Geposted am: Donnerstag, 13. Mai 2010
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Ab, über die Mauer

In den letzten Wochen und Monaten war die Post, welche wir hier erhielten in den meisten Fällen mit nur ausreichender Freude behaftet, natürlich möchte ich die hier eingeflogenen Pakete und Päckchen mal der Ausnahme zufügen und beschränke mich eher auf Briefe, welche wir von Behörden oder Versicherungen erhielten. Nun sollte es gestern einmal anders sein.

Da die Maus im kommenden Dezember schon 3 (drei !!!) Jahre jung sein wird, liegt natürlich der Wunsch nahe, ihre Integration mittels regelmäßiger Besuche in einem Kindergarten zu fördern. Auf den ersten Blick schien das gar nicht einfach, denn bereits bei ersten Telefonaten wurde klar, dass viele Tagesstätten keine behinderten Kinder aufnehmen wollten und das obwohl sie die Maus noch nicht einmal kennengelernt hatten.
Wir entschieden uns die Maus zum Einen in einem Regelkindergarten und zum Zweiten in einem integrativen Kindergarten anzumelden. Die Aussicht auf einen Kindergartenplatz im integrativen Kindergarten wurde uns allerdings recht schnell genommen, da die Anmeldungen auf einen heilpädagogischen Platz deutlich über den verfügbaren freien Plätzen liegen. Aber Glück im Unglück, denn in diesem Jahr würde eine integrative Kinderkrippe eröffnet und wir erhielten für die Maus bereits eine inoffizielle Zusage, da der Bedarf an heilpädagogischen Krippenplätzen nur sehr gering sei.

Gestern erhielten wir dann einen Brief des Regelkindergartens mit der Mitteilung, dass man sich sehr freue, die Maus ab September im selbigen zu begrüßen.
Na wir haben uns erst mal gefreut!
Die Maus wird also ab September, wie ein großes Mädchen, in den Kindergarten gehen. Besonders freuen wir uns, dass es ein Regelkindergarten ist und weil wir die Maus ab September nur noch über diese Mauer schubsen müssen =)

Das Bild ist von unserer Terasse aus aufgenommen und das Gebäude hinter der Mauer ist der Kindergarten.

Geposted am: Sonntag, 18. April 2010
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Post – aber auch hier keine Antwort

Heute gibts dann mal wieder einen Zwischenstand zu meinem offenen Brief an Fr. v.d. Leyen und Fr. Schröder.
Nachdem das Schreiben des Bundesministerium für Arbeit und Soziales so ziemlich nichtssagend war und dort keinesfalls, mit auch nur der kleinsten Silbe, auf den Inhalt meines Briefes eingegangen wurde, erhielt ich inzwischen Post vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Doch auch dort will kann man mir wohl nicht weiterhelfen. Sie schreiben irgendwas vom SGB VIII und irgendwelchen Artikeln daraus, deren Inhalte man sich erst mühsam zusammensuchen muss. Wahrscheinlich sind sie davon ausgegangen, dass ich mir während meiner Zeit als Arbeitsuchender, juristisches Fachwissen durch tägliches Alexander Hold Studium angeeignet habe.
Aber die Kernaussage war verständlich: Man kann nicht weiterhelfen und man fühle sich deshalb nicht verantwortlich. Deswegen wurde also mein Schreiben an die Oberste Landesjugendbehörde in München weitergegeben und man bat mich, deren Antwort abzuwarten.

Natürlich wurde auch hier auf keine meiner gestellten Fragen eingegangen.
Was ich von diesen nichtssagenden Antworten halte, habe ich ja bereits erwähnt. Aber das wäre mal ne super Wahl in der die Parteien Wahlwerbung machen und die Wähler dann meinen „Naja … also … Wenn … man könnte …“

Geposted am: Samstag, 3. April 2010
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Post

Als ich heute Abend heim kam, lag da ein an mich adressierter Brief. Absender: Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Man teilte mir in diesem Brief mit, dass Fr. v.d. Leyen aufgrund der vielen Anfragen nicht persönlich auf meine Mail antworten konnte und da es scheinbar rein um Fragen der Kinderbetreuung ginge, mein Anliegen an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend weitergeleitet würde.
Nun ja, Frau Köhler Schröder hat die Mail ja auch erhalten, aber leider kam da bisher keine Antwort.

Aber warum fühlt sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales nicht angesprochen? Hat nicht gerade die Aufnahme einer neuen Arbeit mich uns in diese soziale Notlage gebracht? Davon mal ganz abgesehen, waren doch Fragen direkt an Fr. v.d. Leyen gerichtet, warum wurden diese nicht beantwortet?
So wird Politik gelebt: Reden und nichts sagen. Und wenn einer mal direkt ne Frage stellt, auf keinen Fall drauf antworten und im Zweifelsfall auf Nichtzuständigkeit plädieren.
Okay, ich bin mir auch nicht sicher, was ich von denen erwarten soll, aber mich und mein Anliegen einfach weiterzuschieben nach dem Motto Sind wir nicht für zuständig, scheint mir irgendwie der denkbar schlechteste aller Wege zu sein.

Geposted am: Dienstag, 9. März 2010
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Offener Brief an Fr. v.d. Leyen und Fr. Schröder

Sehr geehrte Frau von der Leyen, sehr geehrte Frau Schröder,

es ist mir ein enorm wichtiges Anliegen, Ihnen heute zu schreiben.
Ich möchte Ihnen auf diesem Wege unsere soziale Situation, die daraus resultierenden Probleme und Ereignisse schildern, die sich momentan ergaben.

Im letzten Sommer musste mein Arbeitgeber das Insolvenzverfahren eröffnen. Die Schlussfolgerung daraus war die Freistellung nahezu aller Mitarbeiter zum 1. September 2009. Ich hatte das vermeintliche Glück und durfte die Insolvenz noch mit abwickeln, so dass mein Beschäftigungsverhältnis erst zum 31. Oktober 2009 endete. Seither bin ich arbeitsuchend gemeldet und beziehe Arbeitslosengeld I.
Nach über drei Monaten der Arbeitsuche, konnte ich am vergangenen Montag endlich einen neuen Arbeitgeber finden der mich mit Beginn ab 1. März 2010 einstellt.

Meine Freundin, mit der ich in einem gemeinsamen Haushalt lebe, hat seit dem 1. Geburtstag unserer gemeinsamen Tochter, ihre Tätigkeit als Krankenschwester in einem Seniorenzentrum wieder in Teilzeit aufgenommen. Seit Mitte Dezember 2008 arbeitet sie dort auf 50% und mit meiner Arbeitslosigkeit konnte sie auf 75% erhöhen. Als Dauernachtwache trägt sie eine hohe Verantwortung für viele Menschen.
Sie arbeitet dort nicht, weil sie sich selbst verwirklichen, sondern weil sie es muss und wir das Geld dringend benötigen. Natürlich wäre sie lieber mit unserer Tochter zu Hause.
Die Lebenshaltungskosten in Freising (Raum München) sind auch im Bundesdurchschnitt sehr hoch, daher sind wir beide darauf angewiesen arbeiten zu gehen.

Unsere Tochter wurde im Dezember 2007 geboren und kurz nach der Geburt wurde das Down Syndrom diagnostiziert. Sie ist generell wohlauf und man merkt nur wenig von ihrer Behinderung. Glücklicherweise ist sie von den üblichen Begleiterkrankungen (häufig Organschäden) verschont. Einzig die verzögerte Entwicklung ist spürbar, sie begann später als andere Kinder zu laufen und benötigt Förderung in ihrer Motorik und Artikulation.
Wir haben für Nele einen Behindertenausweis, eine Pflegestufe wurde bisher nicht bewilligt. Die Anmeldung für einen Krippenplatz erfolgte im Frühjahr 2009.

Soweit zu unserer derzeitigen Situation.
Nun verhält es sich aber so, dass wir uns mit meiner künftigen Arbeitsaufnahme in einem sozialen Notstand befinden. Wir besuchten heute das Amt für Kinderkrippen, Kindertagesstätten und Schulen in Freising, weil wir eine Betreuung für unsere Tochter benötigen. Meine Freundin muss nach zehn Stunden Nachtdienst schlafen, um am Abend wieder fit für die nächste Schicht zu sein. Ich jedoch muss ab 8 Uhr in der Arbeit sein. Die Mitarbeiterin des Amtes hörte uns zu und telefonierte umgehend mit einer Kinderkrippe, in welcher sich ein freier Platz befindet. Über diese Information freuten wir uns sehr, wurden aber umgehend enttäuscht, als uns mitgeteilt wurde, dass ein behindertes Kind vier Plätze in der Krippe benötigt um dem allgemeinen Stellenschlüssel zu entsprechen. Da es in Freising aber nicht genug Krippenplätze gibt und unsere Tochter von den nicht vorhandenen vier (VIER!!!!) benötigt, wurden wir an das Zentrum der Familie verwiesen um uns um eine Tagesmutter zu bemühen. Ich glaube, ich brauch Ihnen nicht erzählen wie es bei diesen platzmäßig aussieht.

Ich bin ehrlich gesagt mehr als frustriert, wütend trifft es eher, über dieses krankende System. Mein erster Gedanke war, die neue Arbeitsstelle wieder abzusagen. Zwar müssen wir mit dem Arbeitslosengeld den Gürtel momentan etwas enger schnallen, aber bis zum September kämen wir schon hin. Im Zweifelsfall beziehen wir ab November 2010 Hartz4. Gerade in der momentanen politischen Situation und Diskussion würde es uns als Hartz4 Empfänger deutlich besser gehen. Alles würde bezahlt und wir könnten uns den ganzen Tag um unsere Maus kümmern. Das Schlimmste für uns wäre der Umzug in eine andere Wohnung, aber ich denke auch bei diesem würde uns das Amt unterstützen.
Ist das in Ihrem Sinne?
Gerade habe ich den September genannt. Wir hoffen ab September einen Kindergartenplatz für unsere Tochter zu bekommen. Die nette Kollegin vom Amt teilte uns jedoch bereits mit, dass sie noch nicht glaube, dass wir einen Platz bekämen. Nachdem was uns heute mitgeteilt wurde sehe ich eher schwarz, wenn meine Tochter den Platz von vier (VIER!!!) Kindern dort einnimmt. Es wäre schön, wenn wir in diesem Sinne auch das vierfache Kindergeld und den vierfachen Wert der Pflegestufe erhielten, sofern sie uns genehmigt würde.

So kamen heute mehrere Fragen auf, deren Antworten ich mir nicht geben kann:

1. Wie kann es sein, dass Menschen, die arbeiten gehen (und auch wollen) an solche Hürden stoßen?
Woher, glauben Sie, habe ich den Eindruck, dass es mir als Hartz4-Beziehender besser ginge?
Mir ist schon klar, dass ich als Verdienender auch mehr Kosten übernehmen muss, als jemand ohne Einkommen, aber wo bleibt die Unterstützung, damit ich arbeiten gehen kann?

2. Was ist Integration? Ist es nur ein Wort um uns gesellschaftsfähig zu machen? Wie funktioniert Integration? Muss ich dazu mein Kind in einen heilpädagogischen Kindergarten geben, damit sie später in einer Förderschule und anschließend in betreuten Wohnheim untergebracht ist und in einer Behindertenwerkstatt arbeitet? Aus den Augen (der Gesellschaft), aus dem Sinn?

Frau v.d. Leyen, Sie haben vor Millionen Zuschauern gesagt, dass Hartz4 und die Förderung der Empfänger individuell geschehen muss, dass man eigentlich in jedem Fall individuell entscheiden müsse. Nun frage ich mich aber:
3. Wieso wird auf meine behinderte Tochter eine Schablone gelegt, die entscheidet, dass sie vier (VIER!!!) Plätze benötigt? Warum erhalte ich keine Chance, zumindest mal mit meiner Tochter in einer Einrichtung vorstellig zu werden, damit dann entschieden werden kann ob eine Betreuung möglich sei oder nicht und wie hoch der Aufwand tatsächlich wäre?

Ich möchte an dieser Stelle nicht hören, wie schlecht es woanders ist, das weiß ich selbst. Vielmehr möchte ich gern hören wie uns geholfen werden kann. Den ersten Schritt haben wir getan und sind zu Ihren Vertretern in ein Amt gegangen. Dort konnte man uns aufgrund gesetzlicher Regelungen nicht unterstützen.
Jetzt frage ich Sie beide, wie wir uns als Familie in dieses System einbringen und etwas dafür tun können. Ich war immer in dem Glauben, eine Hand wäscht die andere. So bin ich selbst engagiert und als Trainer in einem gemeinnützigem Sportverein tätig. Ich mache dies, weil ich es möchte und damit Kinder eine Aufgabe haben, sich bewegen und nicht auf der Straße rumhängen und Blödsinn machen.

Ich befinde mich mit meiner kleiner Familie in einem Dilemma. Und wie das bei einem solchen immer ist, sehe ich im Augenblick einfach keinen Ausweg.

Ich hoffe auf Antwort von Ihnen und werde unseren Fall so bekannt wie nur möglich machen, denn ich möchte nicht, dass es anderen Menschen genauso ergeht. Ich möchte, dass Regierung und Politik ein offenes Auge für Ihre Bürger und Wähler haben. Ich möchte etwas bewegen.

mit freundlichen Grüßen

Jörg Kahle

Geposted am: Donnerstag, 18. Februar 2010
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